Bewegung

Drei Tage nach meinem letzten Eintrag, erhielt ich heute eine Email vom Missbrauchsbeauftragten, Herrn Jochimsen, der mir darin mitteilt, das mein Folgeantrag dem UKA, mit Postdatum 12.08.2021, zugestellt wurde.
Auf Nachfrage, bestätigte er mir, das auch alle Anhänge, die ich dem Antrag beigelegt hatte, dem UKA vorliegen würden.
Ich hoffe, das dem so ist und warte nun ab, was weiter passieren wird.
Offenkundig ist ja, das die Bearbeitungszeiten der UKA ausbaufähig wären und die Beurteilung der einzelnen Fälle, oft nicht den Erwartungen der individuellen Missbrauchsopfern entsprechen.
Die Beurteilung wäre sehr intransparent, nicht nachvollziehbar, wie man in vielen Ausführungen lesen kann.
Jedenfalls finde ich es gut, das der Folgeantrag nun der UKA vorliegt.
Ich wünsche mir, das die anderen Missbrauchsopfer des Ordens auch sehr schnell eine Email mit der Nachricht erhalten, das ihre Anträge nun dem UKA vorliegen.

Traurig, aber wahr

Nichts "Neues" von dem Orden, ob auf deren Webseite oder in der Kommunikation mit ihren Opfern.
Zeit verstreicht, aus Wochen werden Monate, aus Monate Jahre.
Die Anträge scheinen in deren Warteschleife zu verharren, keinerlei Information dringt nach außen, ein kreisendes schwarzes salesianisches Loch.


Die Plausibilitätsprüfung

Ein neues Wort hat sich in dem Verfahren eingeschlichen:
Die "Plausibilität".
Was heißt das?
Laut dem Missbrauchsbeauftragten folgendes:
"Unter Plausibilität versteht man, dass die von dem Betroffenen beschriebenen Taten, die Belastungen (Folgewirkungen) und der Zusammenhang zwischen den Taten und den Belastungen "überwiegend Wahrscheinlich" sind. Ist eine solche Wahrscheinlichkeit nicht gegeben, sind die Anträge auf Leistungen abzulehnen."
Okay?
Ja, aber ist der Orden als Täterorganisation in der Lage diese Zusammenhänge objektiv zu bewerten? Wichtiger noch, sind Fachleute (Psychologen oder Psychiater) involviert, die eine substanzielle Aussage treffen könnten?
Solange diese Frage offen bleibt, ist diese Plausibilitätsprüfung leider nicht plausibel.

Ankündigung des Ordens

Auf Nachfrage, wie sich der Orden nun zu dem UKA Verfahren verhält und wie der Orden sich in der Zukunft verhalten möchte, ob in einer negativen oder positiven Aussenwahrnehmung, schrieb mir der Missbrauchsbeauftragte heute:

Bezugnehmend auf ihre Mail von heute kann ich ihnen mitteilen, dass die zuständigen Stellen der Deutschen Provinz tatsächlich Ende Mai entschieden haben, sich dem UKA-Verfahren anzuschließen.
Auch in Sachen Aufarbeitung gibt es zahlreiche Überlegungen. Aber auch hier ist die Frage des richtigen Vorgehens schwieriger als dies auf dem ersten Blick scheint.

Des Weiteren wird in der E-Mail betont, dass alle Betroffenen gleichzeitig informiert werden. Dazu werden an den gesamten Personenkreis Briefe versandt.
Aus dem individuellen Brief an mich (vom 7.06.2021) schreibt Provinzial Gesing, dass die Briefe jedoch aufgrund der verschiedenen Situationen teilweise individuell sein müssen und so nicht alle gleichzeitig angeschrieben werden können.

Unheimliche Stille oder die Lügen der Salesianer

Es begab sich, dass der Missbrauchsbeauftragte auf eine Anfrage meinerseits schrieb: Kurze Antwort auf Ihre Frage. Nach der derzeitigen Planung fällt die Entscheidung ob sich die Deutsche Provinz der Salesianer Don Boscos dem UKA Verfahren anschließt Ende Mai.
Nun haben wir den 2. Juni 2021 und der Orden hüllt sich weiterhin in Schweigen. Der größte Orden hat sich dem UKA Verfahren angeschlossen, die Salesianer hingegen belügen ihre Opfer, ob willentlich oder unbewußt.
Ist das der Habitus der Kirche, der Salesainer?
Es reicht !
Beenden Sie Ihren Entscheidungsprozess um den Betroffenen nun Klarheit zu verschaffen. Des Weiteren ist es an Ihnen einen Betroffenbeirat zu berufen, wie in den Regelungen der DOK beschrieben. Es ist Zeit die Mauern des Schweigens und des Verleugnens zu durchbrechen um eine konstruktive Aufarbeitung des Missbrauchs zu etablieren.