UKA und Zahlen

Die Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen, hat auf ihrer Webseite Zahlen veröffentlicht, die für die Betroffenen nicht annehmbar sind.
In vier Wochen wurden von der Kommission 23 Anträge bearbeitet, ausstehend sind laut den Zahlen vom 19. September 2021 noch
1119 Anträge.
Wenn die Kommission in dem Setting und Tempo weiter agiert, sind die letzten Anträge 2025 bearbeitet, das ist nicht hinnehmbar.
Dieser Fakt ist nicht der einzige, den Betroffene kritisieren, auch das die Kommission Entscheidungen fällt, die intransparent und nicht anfechtbar sind, ist zu bemängeln.
Auch stellt sich die Frage, ob die Kommission wirklich 100 % unabhängig handelt, da sie ja von der Bischofskonferenz gegründet ist.
Dieses Verfahren war nach außen hin ein schöner Versuch die Betroffenen und die Öffentlichkeit zu beruhigen. Nun zeigt sich jedoch, dass dieses installierte Verfahren nicht wirklich das
Gelbe vom Ei ist.
Es sollte umgehend reformiert werden.


Bewegung

Drei Tage nach meinem letzten Eintrag, erhielt ich heute eine Email vom Missbrauchsbeauftragten, Herrn Jochimsen, der mir darin mitteilt, das mein Folgeantrag dem UKA, mit Postdatum 12.08.2021, zugestellt wurde.
Auf Nachfrage, bestätigte er mir, das auch alle Anhänge, die ich dem Antrag beigelegt hatte, dem UKA vorliegen würden.
Ich hoffe, das dem so ist und warte nun ab, was weiter passieren wird.
Offenkundig ist ja, das die Bearbeitungszeiten der UKA ausbaufähig wären und die Beurteilung der einzelnen Fälle, oft nicht den Erwartungen der individuellen Missbrauchsopfern entsprechen.
Die Beurteilung wäre sehr intransparent, nicht nachvollziehbar, wie man in vielen Ausführungen lesen kann.
Jedenfalls finde ich es gut, das der Folgeantrag nun der UKA vorliegt.
Ich wünsche mir, das die anderen Missbrauchsopfer des Ordens auch sehr schnell eine Email mit der Nachricht erhalten, das ihre Anträge nun dem UKA vorliegen.

Traurig, aber wahr

Nichts "Neues" von dem Orden, ob auf deren Webseite oder in der Kommunikation mit ihren Opfern.
Zeit verstreicht, aus Wochen werden Monate, aus Monate Jahre.
Die Anträge scheinen in deren Warteschleife zu verharren, keinerlei Information dringt nach außen, ein kreisendes schwarzes salesianisches Loch.


Die Plausibilitätsprüfung

Ein neues Wort hat sich in dem Verfahren eingeschlichen:
Die "Plausibilität".
Was heißt das?
Laut dem Missbrauchsbeauftragten folgendes:
"Unter Plausibilität versteht man, dass die von dem Betroffenen beschriebenen Taten, die Belastungen (Folgewirkungen) und der Zusammenhang zwischen den Taten und den Belastungen "überwiegend Wahrscheinlich" sind. Ist eine solche Wahrscheinlichkeit nicht gegeben, sind die Anträge auf Leistungen abzulehnen."
Okay?
Ja, aber ist der Orden als Täterorganisation in der Lage diese Zusammenhänge objektiv zu bewerten? Wichtiger noch, sind Fachleute (Psychologen oder Psychiater) involviert, die eine substanzielle Aussage treffen könnten?
Solange diese Frage offen bleibt, ist diese Plausibilitätsprüfung leider nicht plausibel.

Ankündigung des Ordens

Auf Nachfrage, wie sich der Orden nun zu dem UKA Verfahren verhält und wie der Orden sich in der Zukunft verhalten möchte, ob in einer negativen oder positiven Aussenwahrnehmung, schrieb mir der Missbrauchsbeauftragte heute:

Bezugnehmend auf ihre Mail von heute kann ich ihnen mitteilen, dass die zuständigen Stellen der Deutschen Provinz tatsächlich Ende Mai entschieden haben, sich dem UKA-Verfahren anzuschließen.
Auch in Sachen Aufarbeitung gibt es zahlreiche Überlegungen. Aber auch hier ist die Frage des richtigen Vorgehens schwieriger als dies auf dem ersten Blick scheint.

Des Weiteren wird in der E-Mail betont, dass alle Betroffenen gleichzeitig informiert werden. Dazu werden an den gesamten Personenkreis Briefe versandt.
Aus dem individuellen Brief an mich (vom 7.06.2021) schreibt Provinzial Gesing, dass die Briefe jedoch aufgrund der verschiedenen Situationen teilweise individuell sein müssen und so nicht alle gleichzeitig angeschrieben werden können.