2021

Prokrastination

Wie ich lesen konnte, setzt sich die UKA "Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen" jetzt monatlich zusammen um die Flut der Anträge zu bearbeiten, geplant waren vier Treffen im Jahr.
Es freut mich, dass die Betroffenen aus Einrichtungen der Bistümer nun die Chance erhalten, eine Verbesserung der Anerkennungsleistungen zu erhalten.
Wie ich auch schon einmal anmerkte hat die DBK einen Fond eingerichtet um klamme Orden, die sich dem neuen Verfahren angeschlossen haben, finanziell zu unterstützen.
Die zwei größten Orden (Salesianer & Jesuiten) lassen jedoch ihre Betroffenen sprichwörtlich "im Regen stehen".
Leider ist es so, dass die beiden genannten Orden sich still verhalten und abwarten. Warum sollten sie auch nicht?
Es gibt ja keinen öffentlichen Aufschrei oder Druck von aussen, der sie zum Handeln zwingen würde. Traurig, aber wahr.
Wir stehen bildlich mit dem Rücken an der Wand.
Wo ist die Lichtgestalt des Kampfes für Gerechtigkeit?

Bundesverdienstkreuz

Ich gratuliere Matthias Katsch zu dem überreichten Bundesverdienstkreuz.
Ich danke Matthias für seine bisherige Arbeit die er in die Aufdeckung, Aufarbeitung und Aufklärung gesteckt hat.
Es ist für uns Betroffene wichtig, dass Matthias der sich als Kämpfer für Gerechtigkeit bemühte für diese Arbeit von der Regierung ausgezeichnet wurde.
Was ich mir jedoch wünsche ist, dass sich sein Handeln jetzt auch gegenüber den Orden positioniert.

Neue Webseite von Betroffenen

Eine Gruppe Betroffener des Ordens der Salesianer haben sich zusammengetan und eine neue Webseite (Missbrauch-durch-Salesianer) ins Leben gerufen.
Dieser Umstand freut mich und ich hoffe, dass diese Webseite Aufmerksamkeit generiert und so ein weiterer Stein ins Rollen kommt.

Konsequenzen bezüglich Anerkennungszahlungen?

Die DBK hat unerwartet einen Solidarfonds eingerichtet indem auch das Bistum Köln eine Million Euro eingezahlt hat.
Dieser Solidarfonds ist für Betroffene eingerichtet worden, deren Orden sich dem modifizierten Anerkennungsverfahren angeschlossen haben, finanziell jedoch nicht in der Lage sind Leistungen zu erbringen.
Wie reagiert die Provinz der Salesianer?
Eine Entscheidungsfindung wird nach ihren Aussagen noch bis Juni 2021 andauern.

In dem Nichtverhalten des Ordens zeigt sich, dass es eine Kommission benötigt, die die Missbrauchstaten innerhalb des Ordens aufarbeitet.
Des Weiteren ist es eminent, dass der Orden einen Betroffenbeirat installiert, der sich um die Belange der Betroffenen kümmert und eine transparente Zusammenarbeit mit dem Orden anstrebt.

Sale-Sianer

Was fürchten die Sale-Sianer Don Boscos?
Einen Sale Out ihres Ordens?

Zum Verständnis:
Die Salesianer Don Bosco sind ein Orden des päpstlichen Rechts, die nach ihren von Rom genehmigten Statuten handeln. Insofern sind die Ordensgemeinschaften päpstlichen Rechts also ein fester Teil der katholischen Kirche, aber nicht Bestandteil der Bistümer. Das heißt, dass Orden nicht an Regelungen der Verfügungen der Bistümer gebunden sind.
Sie sind also Freelancer.
Während die Bistümer (unter dem Dach der
DBK) sich zu einem Kompromiss einigten, verhält sich der Freelancer in Silentium.
Andere Orden hingegen (unter dem Dach der
DOK) haben sich dem neuen Verfahren der DBK angeschlossen und zeigen damit ihr christlichen Glauben.
Die Freelancer des päpstlichen Rechts, so entnehme ich es aus ihrem Nichtverhalten, sind ihres Glaubens abtrünnig.
In der Vergangenheit über hunderte pädophile Verbrechen, im Heute Angst vor monetären Verlusten.
Was erwartet man von Freelancern mit pädophilen Neigungen?
Tja, dass, was die Freelancer des salesianischen Ordens so exerzieren: Negieren, verschleiern, die Schuld den Opfern zuschieben und ganz wichtig
: keinerlei Zugeständnisse.


Überraschendes mit Einschränkungen

Mein täglicher Blick auf die Seite der Orden.de überraschte mich heute wirklich sehr.
Mir wurde gewahr, dass es doch Ordensgemeinschaften gibt, die sich der Verantwortung gegenüber den Betroffenen stellen und sich den neuen Anerkennungsverfahren der DBK anschliessen.
Kurz zuvor erhielt ich heute von meinem Missbrauchsbeauftragten die Information, dass eine Entscheidungsfindung der Salesianer frühestens im zweiten Quartal des Jahres zu erwarten sei.
Die Salesianer gehören zu den größten Ordensgemeinschaften und sollten in dieser Eigenschaft eigentlich als Vorbild vorangehen, jedoch zeigt sich, dass kleinere Orden in ihren Entscheidungen progressiver oder in ihrem Glauben christlicher sind, als die 'Salesianer Don Bosco'.

Ordensgemeinschaften

Das Frühjahrstreffen der Deutschen Bischöfe ist im Gange...Kardinal Wölki ist im Fokus aller Medien und sein Handeln verursacht in Köln eine Flut von Kirchenaustritten. Doch in all dem bunten Treiben wird eines vernachlässigt oder verdrängt: Die Ordensgemeinschaften!
Diese können sich im Schatten der aktuellen Ereignisse glücklich schätzen das sie aktuell nicht im Fokus des öffentlichen Interesses sind.
Sie werden aktuell überhaupt nicht in den Medien thematisiert und das ist grob falsch, denn meiner Meinung nach, könnte es in den ehemaligen Institutionen der Ordensgemeinschaften mehr Missbrauchsopfer geben, als in den Bistümern der katholischen Kirche. Um diese Hypothese zu bestätigen oder zu negieren sollten alle Ordensgemeinschaften (Jesuiten, Salesianer, Redemptoristen und andere) von der Politik aufgefordert werden, ein unabhängiges Gutachten in Auftrag zugeben.

Der Blick ist aktuell nur auf den Missbrauch innerhalb der Katholischen Kirche gerichtet, ob in Printmedien oder in Fernsehberichten und das ist für die Betroffenen von Ordensgemeinschaften ein Affront.
Zitat. "Die Ordensgemeinschaften dürfen nicht weiterhin im Schatten der großen katholischen Mutterkirche ihr eigenes Süppchen kochen, sie gehören als Täter auch auf das Tablett der öffentlichen Aufmerksamkeit."

Schweigen

Es herrscht Schweigen.
Der Missbrauchsbeauftragte (mein Advocatus Diaboli) und der Orden der Salesianer Don Bosco hüllen sich dunkler Andacht und wollen sich anscheinend nicht stören lassen. Die Kommunikation verläuft nur einseitig. Nun kann es aber auch sein, dass sie sich in Klausur begeben haben um etwas auszubrüten, etwas phantastisches. Wohl eher nicht!
Während die DBK (Deutsche Bischofskonferenz) seit dem 01.01.2021 ein neues Verfahren zu Anerkennungszahlungen installierte, sind Betroffene von Ordensgemeinschaften aussen vor, sie sind den Spielchen der Ordensgemeinschaften ausgeliefert. Während ein Kardinal in Köln die katholische Kirche in Deutschland in Schande sudelt, baden die Ordensgemeinschaften in ihrer eigenen Herrlichkeit und verhöhnen die Opfer weiterhin willentlich.
Da formt sich doch langsam in mir die Frage: "Wie lange braucht es, bis sich die Katholische Kirche und die Ordensgemeinschaften in Deutschland selbst zerstören?"

2021 - Die neuen Anträge

Nun ist es da, das neue Jahr und wie versprochen hat die DBK
(Deutsche Bischofskonferenz) die neuen Anträge veröffentlicht,
die ja eine verbesserte Anerkennungsleistung verspricht.
Man wird sehen, wie die zusammengestellte
UKA (Unabhängige Kommission für Anerkennungsleistungen), die aus sieben Mitgliedern besteht, die Fälle individuell beurteilt und nach welchem Maßstäben sie die Anerkennungsleistungen bewertet.
Leider ist in dieser Kommission kein Betroffener akkreditiert.
Tja, und was ist mit Betroffenen die nicht in Bistümern oder Diözesen missbraucht wurden, sondern in Einrichtungen von Ordensgemeinschaften?
Werden diese wie "Opfer zweiter Wahl" behandelt?
Zum jetzigen Zeitpunkt kann man diese Frage mit einem klaren JA beantworten, denn die Orden haben bis zum
heutigen Tage, sich nicht zu dem neuen Verfahren geäußert.
Ich habe meinen Orden, also den Salesianern, den neuen ausgefüllten Antrag per E-Mail zugesandt.
Man wird sehen, wie sie sich verhalten werden.

Update 04.01.:

In einer Antwort Email bittet der Missbrauchsbeauftragte um Geduld, da der Orden der Salesianer Don Bosco noch nicht weiß, wie er sich verhalten soll. Entweder schließen sie sich dem neuen Verfahren an oder die Ordensgemeinschaften (unter dem Dach der DOK) entscheiden sich einen anderen Weg zu gehen.

Ja, aussitzen bis zum St. Nimmerleinstag?